Traditions­verein
Mühlhäuser Heimatfeste e.V.

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Der Jugend hatten die Mitglieder der Kirmesgemeinde untere Grünstraße Platz gemacht. Doch leider fehlte der Generation das Wissen und das Durchhaltevermögen, um die Kirmesgemeinde am Leben zu erhalten. 1978 schloss die Gemeinde untere Grünstraße dann für immer das Kirmeszelt. Mühlhausen.

1963 hatte Rudolf Winter die Kirmesgemeinde "Untere Grünstraße" mit gegründet. "Wir hatten schon öfter davon gesprochen. Irgendwann hatten wir dann mal eine Versammlung einberufen und die Gemeinde tatsächlich gegründet", erinnert sich Herr Winter.

 

Die ersten drei Jahre hatte man noch eine richtige Straßenkirmes unter freiem Himmel gefeiert. "Eine Tanzdiele haben wir immer extra aus Struth geholt und dann wurde auf der Straße getanzt", so Winter. Eine Überdachung gab es dann in späteren Jahren für die Theke und die Kapelle. Ein richtiges Zelt habe man nie gehabt, da ja immer die Hälfte der Straße für Rettungsfahrzeuge frei bleiben musste, weiß Winter. "Das Bier stand dann immer bei mir auf dem Hof. In unserem Flur hat es gestunken, wie in einer Brauerei", so das Gründungsmitglied.

30 Mitglieder hatte die Gemeinde gezählt, die im Übrigen schon verfrüht mit dem Feiern begonnen hatte. "Schon vier Wochen vor der Kirmes haben wir angefangen, Kirmeskreise zu tanzen. Und da haben die Erwachsenen mitgemacht - so, wie es sich gehört", erklärt Rudolf Winter. Doch die Mitglieder konnten noch weitaus mehr, als einen Kirmesbaum stemmen. Ein Schiff für den Festumzug habe man einmal gebaut - aber das eigentlich nur als Notlösung. "Als die Anti-Baby-Pille eingeführt wurde, wollten wir das eigentlich als Thema nehmen. Das hatte aber die Mehrheit unserer Mitglieder abgelehnt. Da haben wir dann in der Tischlerei ein großes Schiff als Alternative gebaut", erinnert sich Winter.

Doch irgendwann kamen die Probleme. "Die Jugend sagte, sie wüsste besser, wie man eine richtige Kirmes feiert", sagt Winter. Das habe man sie dann unter Beweis stellen lassen. Dass aber die Organisation einer Kirmes das A und O ist, habe die junge Generation damals verkannt. Nach zwei Jahren ist die Kirmesgemeinde "Untere Grünstraße" an eben diesem Problem zu Grunde gegangen. "Es hätte keinen Sinn gehabt, die Gemeinde nochmal aufzubauen. Die Jugend hatte kein Interesse mehr", berichtet Rudolf Winter wehmütig. Am Anfang habe er der eigenen Gemeinde schon noch nachgetrauert. "Aber das ist mittlerweile 30 Jahre her und viel hat sich seitdem verändert", so Winter.

Der Zusammenhalt sei nicht mehr derselbe, wie zu seiner aktiven Kirmeszeit. Und auch die Kirmeskreise und die Veranstaltungen für die Kinder seien rar geworden. Aber eines hat sich nicht verändert: Der Kirmesoberbürgermeister. Denn schon seit 1970 ist Günter Würfel Vorsitzender des Festkomitees. "Günter Würfel hat sich schon damals für die Kirmes engagiert. Es ist auch zu einem großen Teil sein Verdienst, dass diese Mühlhäuser Tradition noch am Leben ist", würdigt Rudolf Winter den Kirmesoberbürgermeister.

Thüringer Allgmeine Mühlhausen vom 26. August 2008 von Carolin Biebrach